Hast du dich schon einmal gefragt, woher unsere unglaublich leckeren Microlots kommen?
Diesen Monat geht es für uns nach Nairobi. Dort hat sich Emily mit unserer Kaffeezauberin Tess, unserer Head of Coffee Quality, zusammengesetzt, um über kleine Ernten, große Aromen und darüber zu sprechen, warum einige der besten Kaffees der Welt aus Orten stammen, von denen du wahrscheinlich noch nie gehört hast.
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Emily: Tess, du hast einen wirklich beeindruckenden Kaffee-Lebenslauf: von der Q-Graderin bis zur zweifachen Barista-Meisterin. Kannst du uns ein wenig über deine Erfahrungen in der Kaffeebranche erzählen und wie alles für dich angefangen hat?
Tess: Meine Reise in die Welt des Kaffees begann eigentlich aus reiner Neugier. Ich wollte einfach mehr über Kaffee erfahren, weil er ein Produkt ist, um das ein riesiger Hype gemacht wird. Damals wusste ich überhaupt nichts darüber. Einmal probierte ich einen Espresso, und der schmeckte mir überhaupt nicht. Ich suchte einfach nach etwas auf der Karte, das ich mir leisten konnte, also bestellte ich einen Espresso. Aber meine Reaktion war nur: „Mhm, mhm … nein.“ Genau das machte mich neugierig. Ich wollte unbedingt verstehen, warum so viele Menschen Kaffee lieben. Denn was soll man an einem Espresso mögen, wenn er der allererste Kaffee ist, den man je trinkt? Also begann ich, Schritt für Schritt mehr darüber zu lernen. Und irgendwann habe ich mich in Kaffee verliebt.
Emily: Kannst du uns ein wenig darüber erzählen, wie es ist, zweifache Barista-Meisterin zu sein? Und für alle, die den Begriff nicht kennen: Was bedeutet es, Q-Graderin zu sein?
Tess: Ich habe 2022 und 2023 zweimal an der kenianischen Barista-Meisterschaft teilgenommen und beide Male gewonnen. Anschließend durfte ich Kenia auf der Weltbühne vertreten: in Melbourne, Australien, und in Athen, Griechenland. Das waren die verrücktesten und zugleich großartigsten Erfahrungen meines Lebens. Und ehrlich gesagt haben sie mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Ein Q-Grader ist jemand, der qualifiziert ist, Kaffee professionell zu cuppen, zu analysieren und zu bewerten. Dabei geht es darum, die Qualität des Kaffees zu verstehen und den Farmerinnen und Farmern zu zeigen, was bereits gut funktioniert und wo sie sich noch verbessern können.
Emily: Ein weiterer spannender Teil deiner Arbeit ist die Auswahl unserer Microlots – also der besonderen Kaffees, die wir jeden Monat vorstellen. Vor Kurzem hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam verschiedene Farmen in Nyeri County und Kiambu zu besuchen und die Farmerinnen und Farmer persönlich kennenzulernen. Das war unglaublich spannend. Wie findest du diese Farmen und wie entscheidest du, welche Kaffees als Microlot ausgewählt werden?
Tess: Die Idee hinter unseren besonderen Microlots war von Anfang an, die Geschichten der Farmerinnen und Farmer durch ihren Kaffee zu erzählen. Als ich reiste und kenianischen Kaffee auf der Weltbühne vertreten durfte, sah ich, wie Menschen ihre eigenen Länder präsentierten und deren Geschichten erzählten. Da wurde mir klar: In Kenia gibt es so viele außergewöhnliche Farmerinnen und Farmer, die großartige Arbeit leisten – aber ihre Geschichten werden kaum gehört. Mit den Microlots wollen wir genau das ändern. Wir kaufen ihren Kaffee, bringen ihre Geschichten in die Welt und geben ihnen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Für mich bedeutet das unglaublich viel, weil ich mit einigen dieser Farmerinnen und Farmer eng zusammengearbeitet habe, um die Qualität des Kaffees auf den Farmen und die Verarbeitungsmethoden zu verbessern. Viele von ihnen leisten außergewöhnliche Arbeit. Sie recherchieren selbst, experimentieren und produzieren beeindruckende Kaffees, die außerhalb Kenias kaum bekannt sind. Für mich ist es ein Privileg, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ihre Farmen zu besuchen, ihre Hintergründe besser zu verstehen und natürlich ihre Kaffees zu probieren. Und besonders schön ist es, dass Moyee-Kundinnen und -Kunden dadurch die Menschen hinter dem Kaffee kennenlernen und gleichzeitig ihre außergewöhnlichen Kaffees genießen können.
Emily: Und für alle, die den Begriff noch nicht kennen: Was genau versteht man unter Microlot-Kaffee?
Tess: Microlots sind speziell aufbereitete Kaffees, die von einer einzelnen Farm stammen. Sie sind besonders transparent und vollständig rückverfolgbar, sodass man genau weiß, woher der Kaffee kommt. Was sie so besonders macht, ist die außergewöhnliche Qualität der jeweiligen Bohnen. Es braucht viel Forschung, Erfahrung und Sorgfalt, um einen Microlot zu entwickeln, der eine hohe Bewertung erzielt und genau die besonderen Eigenschaften mitbringt, nach denen wir bei Kaffee suchen.
Emily: Wie ist es, die Microlot-Farmen zu besuchen? Was macht diese Erfahrung so besonders? Nimm uns mit und lass uns spüren, wie es dort ist.
Tess: Allein auf der Farm zu sein, ist unglaublich spannend. Ich kann direkt miterleben, wie die Farmerinnen und Farmer mit ihren Kaffees experimentieren und dabei die verrücktesten Dinge ausprobieren, um deren Qualität zu verbessern. Bei natürlich aufbereiteten oder honey processed Kaffees gehen manche noch einen Schritt weiter: Sie entwickeln experimentelle Kaffees und setzen während der Verarbeitung zusätzliche Zutaten ein. Für mich ist jeder Besuch deshalb auch ein Lernprozess, weil ich diese Methoden direkt in der Praxis erleben kann. Durch die Besuche bei den verschiedenen Farmerinnen und Farmern habe ich gemerkt, dass jeder seine Farm auf ganz eigene Weise bewirtschaftet. Je nach Ertrag und Qualität des Kaffees lernt man unterschiedlichste Prozesse kennen und entdeckt eine große Vielfalt an Aromen. Als junge, aufstrebende Kaffeefarmerin kann ich dabei unglaublich viel lernen.
Emily: Welche Eigenschaften oder Geschmacksprofile fallen dir beim Verkosten von Kaffee sofort auf?
Tess: Bei Microlot-Kaffees suchen wir nach etwas ganz Besonderem: nach fruchtigen, süßen und lebendigen Aromen, die man nicht in jedem Kaffee findet, den man im Supermarkt kaufen kann.
Darauf stoßen wir an! Wir hoffen, du hast etwas Neues gelernt. Bleib dran – schon bald gibt es weitere Einblicke hinter die Kulissen!
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